Sitze hier, wohlbehütet vor einem Flachbildschirm, der Laptop auf dem Tisch. 20 Grad, angenehm, genütlich. Gerade noch den kleinen Nachthunger gestillt, ein Glas mit Eistee vor mir.
Im TV läuft eine Dokumentation über einen 24-Stunden Markt auf der Reeperbahn: der Alltag der Sicherheitsbeamten und der nahen Davidwache, die Vorfälle mit Menschen die Hausverbot haben, die klauen, die ausfällig werden. Männer, um die 40,verwahrlost, trauriger Blick, oft betrunken. Einer kommt an einem Tag zweimal in den Laden und will eine Dosensuppe austrinken: "besser eine kalte Suppe als gar keine"; "Betteln kann ich nicht, ich bring's nicht über mich". Wohnort? Unbekannt, was ist eine Wohnung? Traurige Augen, Alkohol getrübter Blick, zitternd vor dem Laden sitzend. Perspektive? Ziele? Die nächste Flasche vielleicht.
Wer denkt an diese Menschen? Wer sorgt sich um sie? Was würden ihre Eltern machen? Wer liebt sie? Schlimm; mir gehen die Bilder nicht aus dem Sinn, die Augen, die Hoffnungslosigkeit. Nicht irgendwo in einem Drittwelt-Land, hier, mehr oder weniger vor der Haustüre! Unverständlich, betrüblich. Man kann nur hoffen, dass die eigenen liebsten Menschen so etwas nie durchmachen müssen, dass das eigene Kind nie sowas erleben muss, wie muss es in einem solchen Menschen aussehen?
Mir fehlen die Worte um die Gefühle zu beschreiben, die mich gerade jetzt beschäftigen...
Gute Nacht trotzdem
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Dienstag, Februar 27, 2007
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